Sachsen-Anhalt / Brandenburg: Kleiner Ausblick aus der tristen Heimat auf die (Noch-) Artenvielfalt in Ostdeutschland, 13. – 16.05.2010 (B. u. P. Glüer)

18.Mai 2010

Das lange Wochenende im Wonnemonat Mai hat uns dazu verlockt, mal wieder einen neugierigen Blick auf die noch vielfältige Avifauna bei den östlichen Nachbarn zu werfen. Man gerät einerseits ins Schwärmen, wenn man (vordergründig betrachtet) in einer Landschaft unterwegs ist, die sich nicht wesentlich von unserem heimischen Umfeld unterscheidet und trotzdem ein Arteninventar aufweist, bei dem man nur staunen kann – und andererseits gerät man natürlich ins Grübeln und fragt sich, was ist hier so entscheidend anders, dass uns die Vielfalt langsam aber offensichtlich unaufhaltsam vor den Augen wegstirbt. Da hört man etwa die Bettelrufe von Jungstaren aus unzähligen Bruthöhlen alter Bäume – in einem Stadtpark der nicht unbedingt schönen Stadt Cottbus – in einer Häufigkeit, wie wir sie bei uns vielleicht in den 90ziger Jahren auch noch hatten. Im selben Park findet man beim ersten Durchlaufen 4 Trauerschnäpperreviere, 1 Gartenrotschwanz – und aus den Baumwipfeln ruft ununterbrochen 1 Pirol… – Im nördlich gelegenen Biosphärenreservat Spreewald (153 Brutvogelarten!!!) singen Grauammern, tummeln sich Kuckucke ( da sieht man schon mal 3 Exmpl. gelichzeitig…), in jeder Hecke sitzt ein Neuntöterpaar, auf Zaunpfählen singen Braunkehlchen – oder mal Schwarzkehlchen und auch schon mal ein Ortolan. In den Wäldern muss man Waldlaubsänger nicht lange suchen und an wenigen Stellen hat man neben Trauerschnäppern auch mal den zierlichen Zwergschnäpper… – In Halberstadt (Sachsen-Anhalt / Ostharz) trippeln auf einem Parkplatz eines Autohändlers in einem großen Gewerbegebiet 3 Haubenlerchen herum und in einer Schrebergartenanlage singen 2 Wendehälse aus Obstbäumen… – auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz vor der Stadt hört man gar 4 Wendehälse gleichzeitig…
Aus meiner Sicht sind es nicht Kranich und Storch – Fisch- und Seeadler, die als spektakuläre Arten östlicher Landschaften faszinieren, sondern die Vielfalt insgesamt und die noch relative Häufigkeit etlicher Kleinvogelarten. Und immer wieder stellt sich die Frage: warum verschwinden bei uns Brutvogelarten, für die – vordergründig betrachtet – die Lebensräume nicht viel anders aussehen als ein paar Hundert Kilometer weiter östlich…

Haubenlerche in einem Gewerbegebiet  in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Haubenlerche in einem Gewerbegebiet in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Haubenlerche in einem Gewerbegebiet  in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Haubenlerche in einem Gewerbegebiet in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Wendehals in Halberstadt / Ostharz, 13.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

Zwergschnäpper im Spreewald, 15.05.10 Foto: Bernhard Glüer

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